OpenAir-Kino auf der Dachterrasse des Museum Ludwig / 17. Juli – 9. August 2008
Alle reden von '68?
Die Filmbar zeigt: "50 Jahre '58"!
 
 
Die 68er hatten die besseren Parolen, die besseren Drogen und vielleicht die bessere Musik. Die besseren Filme aber hatten die 58er. Die Filmbar des Museum Ludwig wagt den großen Sprung zurück in das Jahr von "Vertigo" und "Mein Onkel", von "Hausboot" und "Es geschah am hellichten Tag". 1958 war ein Spitzenjahr der Filmgeschichte, ein Jahr zwischen Schwarz-Weiß und Technicolor, ein frühes Jahr für die Nouvelle Vague (Malles "Die Liebenden"), ein gutes Jahr für den nahen Osten (Wajdas "Asche und Diamant") und ein besseres noch für den fernen (Kurosawas "Die verborgene Festung"). Neben den großen Klassikern, die wieder und wieder zu sehen das Vergnügen nur noch steigert, stehen einige kostbare Seltenheiten auf dem Programm. "Giganten und Gimmicks" von Yasuzo Masumura etwa, ein wüster, schreiend komischer Film über den Turbokapitalismus, seiner Zeit wenigstens vier Jahrzehnte voraus. Oder "Zeit zu lieben und Zeit zu sterben", der zumindest den Franzosen die Augen darüber geöffnet hat, wie groß Douglas Sirk ist (die Deutschen brauchten Nachhilfe von Rainer Werner Fassbinder). Zwölf Filme an zwölf Abenden, eine Reise in die beste Zeit des Kinos, zehn Jahre später war sie schon vorbei.

Parallel zur Filmbar zeigen wir im Kinofoyer 50 Ausstellungsplakate von 1958 aus der Sammlung von Jochen Lempert.